FAQ
Welche Firmen waren an dieser Großbaustelle beteiligt?
Die Firma BODNER war nicht nur Projektentwickler sondern auch bauausführendes Unternehmen und hat gemeinsam mit dem Tochterunternehmen DYWIDAG in einer ARGE die Generalunternehmerarbeiten abgewickelt. Die unterschiedlichen Ausbaugewerke wurden bevorzugt an heimische Unternehmen vergeben. Der beauftragte Generalplaner war das Architekturbüro Zechner & Zechner, welches sämtliche für das Projekt notwendigen Planungsleistungen koordinierte. Die beauftragten Firmen wurden während des Baus sukzessive am Bauzaun an prominenter Stelle präsentiert.
HKLS – Wie wird geheizt, gekühlt etc?
Die Grundversorgung der Heizung und Kühlung erfolgt über geothermische Nutzung des Grundwassers, Leistungsspitzen werden durch Fernwärme und Fernkälte abgedeckt.
Was ist das „Kraftwerk“ in der Tabakfabrik?
Die Tabakfabrik adaptierte zeitgleich mit dem Bau des QUADRILL das 1933 erbaute Bestandsgebäude „Kraftwerk“. Dies ist ein vom Projekt QUADRILL unabhängiges Projekt welches von der Tabakfabrik Linz finanziert wird. In den ehrwürdigen Mauern werden die Turbinen wieder angeworfen, auch wenn es statt Heizkesseln Gärkessel geben wird. Es wurde ein multifunktionaler Hörsaal, ein Gastronomiebetrieb und eine Brauerei für Linzer Bier geschaffen. Mehr dazu auf www.tabakfabrik-linz.at
Wurde „ökologisch“ gebaut?
Ja, im Zuge der ÖGNI-Zertifizierung wurden u.a. folgende Maßnahmen umgesetzt:
* Minimierung der Lebenszykluskosten durch hohe Dauerhaftigkeit der Materialien
* Energieeffizienz der Gebäudehülle und der technischen Anlagen
* Reduzierung des Wasserverbrauchs
* Gesundheit, Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit
* Soziokulturelle und funktionale Aspekte (Barrierefreiheit, Außenraumqualität, etc.)
* Nutzung von Grundwasser für Heizen/Kühlen
Wie verlief der Vergabeprozess?
Die Immobilien Linz GmbH & Co KG (ILG KG) als ursprüngliche Grundstückseigentümerin, auch Eigentümerin des Nachbargrundstücks sowie Muttergesellschaft der Betreiberin des Nachbargrundstücks, hat gemeinsam mit der Stadt Linz in ihrer hoheitlichen Rolle als oberste Planungsbehörde eine Vorgehensweise ausgearbeitet, die der Chance und der Herausforderung dieser Situation gerecht wird. Im Kern lässt sich der Ablauf wie folgt beschreiben:
- Die ILG KG ersuchte im ersten Schritt Investoren, die sich ein Engagement vorstellen können, ihre groben Überlegungen bezüglich einer wirtschaftlich tragbaren und gleichzeitig städtebaulich und stadtplanerisch gelungenen Bebauung und Nutzung mit uns zu teilen. Um diesen Beitrag zu honorieren, wurde eine Teilnahme am eigentlichen Angebotsverfahren auf diejenigen beschränkt, die an dieser ersten informellen Stufe teilnahmen.
- Auf Basis dieser Überlegungen legte die Stadt Linz fest, ob und welche Änderungen der (derzeit restriktiven) Bebauungsgrundlagen (vor allem Widmung und Bebauungsplan) sie ermöglichen würde, falls ein gestalterisch für die besondere Situation adäquates konkretes Projekt vorgelegt würde. Gleichzeitig wurden die Kriterien für diese gestalterische Beurteilung durch sie festgelegt.
- Nach dieser Phase wurden durch die ILG KG festgelegt, ob die Voraussetzungen für das eigentliche Angebotsverfahren ausreichend vorliegen. Folglich wurden die Bieter mit den im ersten Schritt ermittelten Grundlagen aufgefordert, verbindliche Preisangebote mit einem konkreten Projektvorschlag abzugeben. Die Preisangebote wurden bei einem Notar hinterlegt und nur auf Mindestkriterien hin geprüft. Die vorgeschlagenen Projekte wurden weiters durch eine städtische Jury anhand der bekannt gemachten Kriterien dahingehend beurteilt, ob sie aus städtebaulicher und stadtentwicklerischer Sicht die notwendigen Änderungen der Bebauungsgrundlagen rechtfertigten. Der Prozess ähnelt damit dem auch sonst üblichen Vorgehen eines Gestaltungsbeirats.
- Unter denjenigen Projekten, die dieses Kriterium erfüllten (und damit aus Sicht der Verkäuferin ILG KG eine tatsächliche Realisierung ermöglichen), entschied der höchste angebotene Preis. *)
Quelle: https://tabakfabrik-linz.at/2016/11/tabakfabrik-transparent-fragen-und-antworten-zum-neubau-3/
*) Der Preis ist lediglich als Kriterium gedacht, sollten mehrere abgegebene Projekte durch die Jury als gleichwertig beurteilt werden.
Wie kam die Architektur zustande?
Um das beste Projekt zu finden, führte die Tabakfabrik ein Wettbewerbs- und Vergabeverfahren in zwei Stufen durch. Nach einer einstimmigen Jury-Entscheidung stand im Jänner 2018 das Siegerprojekt der BODNER-Gruppe mit der Architektur von Zechner & Zechner fest.
Die Architektur der neuen Bebauung reagiert auf den städtebaulichen Bestand der denkmalgeschützten Tabakfabrik und verfolgt dabei folgende Ziele:
• Ausbildung einer prominenten Straßenfront zur Gruber straße und zu den Kreuzungsbereichen mit der Donaulände und der Ludlgasse
• Gewährleistung hoher Durchlässigkeit in den Innenhof samt Schaffung einer qualitativ hochwertigen Anbindung zu den Bushaltestellen Gruber straße & Parkbad
• Schaffung einer besonderen räumlichen Situation im Sinne eines Aktivitätszentrums im autofreien Innenhof der Tabakfabrik
• Konzeption einer sensiblen Schnittstelle zu den historischen Behrens Bauten
• Ausbildung einer das Stadtbild bereichernden Silhouette unter Berücksichtigung der Gebäudehöhen im Anschluss an den Bestand
Wer war Peter Behrens?
Peter Behrens geboren am 14. April 1868 in Hamburg, gestorben am 27. Februar 1940 in Berlin, war ein deutscher Architekt, Maler, Designer und Typograf, der als Pionier des modernen Industriedesigns gilt.
Die Tabakfabrik Linz (auch Tabakregie bzw. umgangssprachlich Tschickbude) ist ein von 1929 bis 1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp in Linz errichteter Gebäudekomplex. Die zum Teil denkmalgeschützte Industrieanlage ist der erste Stahlskelettbau Österreichs im Stil der Neuen Sachlichkeit, aus diesem Grund ist sie auch architekturgeschichtlich von Bedeutung.
(Quelle: Wikipedia)
Was ist das Behrens-Band?
Beim Bau der Tabakfabrik achteten die Architekten auf eine reibungslose Logistik innerhalb der einzelnen Produktionsschritte und Produktionsgebäude. So verband man die einzelnen Fabrikstrakte auf den relevanten Stockwerken mit einer noch heute vorhandenen Fahrspur und entsprechenden Lastenliften, auf welchen mittels Hubwagen die Tabakprodukte barrierefrei durch die Fabrik transportiert werden konnten.
Noch heute ist das Behrens-Band in Teilen der Bestandsgebäude vorhanden. Das Konzept der Architekten Zechner & Zechner sieht vor, dieses Behrens-Band als Verbindung zwischen dem Bestand und den Neubautrakten weiter zu führen, so dass auf dem Niveau des 1. OG eine fußläufige, barrierefreie Verbindung entsteht. Zwischen den Gebäuden BOSTON, MEMPHIS, QUADRILL und VIRGINIA spannt sich dann eine Freifläche auf, die Eingangszonen, Verweilflächen, Gastgärten und Terrassen bieten wird. Am Behrensplatz und entlang des Behrensbandes entsteht ein rund 1360 m2 Grünflächenanteil.
Ist der Peter-Behrens-Platz öffentlich?
Ja, durch die Baukörperkonfiguration mittels Einzelhäusern wird die Aufenthaltsqualität auf zwei Ebenen (Peter-Behrens-Platz und Behrens-Band auf dem Niveau 1. OG) deutlich erhöht, so dass der Peter-Behrens-Platz eine qualitative Aufwertung als öffentliche Fläche erfährt, wo beispielsweise Kinder das Radfahren erlernen können. Neue bis dato nicht vorhandene Öffnungen nach außen – insbesondere zur Gruberstraße und zu den dort situierten Bushaltestellen - schaffen eine stärkere Durchwegung der Tabakfabrik.
Der Abstand zwischen dem Kraftwerk und den Neubauten wird deutlich erhöht, was ebenfalls einer Aufwertung des Platzes zugute kommt.
Beschattet der QUADRILL Tower die umliegenden Wohnbauten?
Die umliegenden Wohnbauten werden durch das Hochhaus nicht beeinträchtigt, das wurde im Zuge der Abarbeitung des vorgeschriebenen 10-Punkte-Plans für Hochhäuser untersucht und nachgewiesen.
Sind nach dem Bau stärkere Winde zu erwarten?
Eine von einem unabhängigen Institut vorgelegte Studie hält in seinen Gutachten und Untersuchungen fest, dass es zu keinen unangenehm erhöhten Winden durch die Neubauten kommen wird. Eine bessere Durchlüftung durch die einzeln stehenden Gebäude wird in heißen Sommermonaten jedoch ein positiver Nebeneffekt sein.
Ist die Tiefgarage öffentlich?
Ja, die 3-stöckige Tiefgarage bietet Parkplätze sowohl für Dauerparker, etwa BewohnerInnen und NutzerInnen der neuen Gebäude, als auch für Kurzparkende, die beispielsweise Sportveranstaltungen besuchen. Die Hauptein- und -ausfahrt befindet sich in der Unteren Donaulände. Eine zweite Ein- und Ausfahrt gibt es am Beginn der Ludlgasse. Dort, wo sich auch vor dem Bau bereits die Ein- und Ausfahrt in das Gelände der Tabakfabrik befand.
Gibt es e-Ladestationen?
Ja, in der Tiefgarage gibt es Ladestationen für Elektroautos (E-Tankstellen).
Gibt es Radwege rund um das QUADRILL und kann man mit dem Rad durch die Tabakfabrik fahren?
Bestehende umliegende Radwege in der Unteren Donaulände sind erhalten geblieben. Die Tabakfabrik war bereits vor dem Bau gut für Fahrradfahrer gerüstet und hat ihr Angebot noch weiter ausgebaut. Es gibt diverse Fahrradabstellanlagen auf dem Areal des QUADRILL und der Tabakfabrik. Eine Durchwegung für die Öffentlichkeit durch das gesamte Areal ist möglich und die kürzlich noch offenen Lücken im Radwegenetz wurden geschlossen.
Welche Grünanlagen gibt es auf dem Areal?
Eine Erhöhung des Grünanteils in Fortführung der Intention der Tabakfabrik, den Peter-Behrens-Platz zu einer innerstädtischen Grün-Oase zu entwickelt ist in Form von Bäumen, Sträuchern und Gräsern geschehen. Die Dachflächen der Häuser MEMPHIS, BOSTON und VIRGINIA wurden begrünt. Am Dach des QUADRILL Tower plant das Arcotel die Aufstellung von Bienenstöcken. Auch das Behrensband wurde weiter begrünt:
1360 m2 Grünfläche am Behrensplatz und entlang des Behrensbandes
220 m2 Dachbegrünung über dem 1. Obergeschoß
220 m2 Dachbegrünung über dem 1. Obergeschoß
1.900 m2 Dachbegrünung und Dachgärten / Kinderspielplätze auf den Häusern VIRGINIA, MEMPHIS und BOSTON sowie Installation von Solarpanelen auf dem Haus MEMPHIS
19 Stück Neupflanzungen Bäume
Teile dieser Begrünungen können für Schul- oder Jugendprojekte genutzt werden. Bei Interesse bitte gerne melden!
Gibt es schon einen Hotelbetreiber?
Ja, auf 9 Stockwerken wird die Österreichische Hotelgruppe ARCOTEL ca. 185 Zimmer und einen separaten Seminarbereich sowie die Bar und das Restaurant betreiben. Die Zimmer befinden sich im unteren Teil des QUADRILL Tower, der Seminarbereich im 1. OG des Hauses VIRGINIA an der Unteren Donaulände. (https://tabakfabrik.arcotel.com/de/)
Wird die Bar bzw. das Restaurant im obersten Geschoß des QUADRILL Tower öffentlich sein?
Ja, diese gastronomische Einheit ist öffentlich zugänglich und wird über öffentliche Lifte im QUADRILL Tower erschlossen. Betrieben wird die Rooftop-Gastronomie vom Arcotel, dem Betreiber des Hotels im Turm.
Kann man die Wohnungen kaufen?
Nein, die Wohnungen in den Bauteilen MEMPHIS und BOSTON sind als Mietwohnungen vorgesehen.
Welche Geschäfte oder Gastrobetriebe sind in die Erdgeschoßflächen eingezogen?
Der REWE-Konzern ist mit einer Billa-Filiale in die Geschäftsflächen des Haus VIRGINIA eingezogen. Die Sparkasse Oberösterreich hat im Haus BOSTON eine neue Filiale eröffnet. Außerdem befindet sich dort ein Jura Store. In die Gastronomieflächen des Haus MEMPHIS sind die Bäckerei Brotstudio sowie das japanische Restaurant Miyaki eingezogen.